Preisträger 2009

Den Kulturpreis des Rotary Club Würzburg erhielt der Bachchor.

 “Keine klägliche Truppe –

kulturpreis09

Wenn Du ihn sähest, wie er auf alle Stimmen zugleich achtet und von 30 oder gar 40 Musizierenden diesen durch ein Kopfnicken, den nächsten durch Aufstampfen mit dem Fuß, den dritten mit drohendem Finger zu Rhythmus und Takt anhält.“  Johann Sebastian Bachs Freund und Verehrer Johann Matthias Gesner schildert 1729 die mühselige Probenarbeit des Komponisten als Chorleiter an der Thomaskirche zu Leipzig.

In seiner Laudatio auf den Kulturpreisträger des Rotary Clubs Würzburg schlug Professor Ulrich Konrad diesen weiten Bogen in die Geschichte und urteilte: „Eine eher klägliche Truppe“. Ganz anders der Preisträger – der Würzburger Bachchor. Sicher hätte Bach nicht lange gezögert, seine Musiker gegen diese einzutauschen, vermutete der Würzburger Musikwissenschaftler im Foyer des Mainfranken Theaters. Der Rotary Club Würzburg verleiht den mit 3000 Euro dotierten Preis seit einigen Jahren.

Den Juroren fiel die Entscheidung nicht schwer, hob der Präsident Professor Ingfried Zimmermann hervor. Der 1961 von Günter Jena gegründete Klangkörper sei heute eine der bedeutendsten Bachchöre in Deutschland. Mit jährlich über 30 Auftritten auf Konzerten und bei festlichen Gottesdiensten sowie den Bachtagen im Herbst besitze er eine herausragende Stellung im Kulturleben der Stadt. Er sei der „sichtbarste Vertreter der evangelischen Kultur im Gemeinwesen“.

Ausdrücklich würdigte Zimmermann die Arbeit des künstlerischen Leiters Christian Kabitz. Der Kantor an der St. Johanniskirche habe dem Chor seit beinahe 30 Jahren seine Handschrift verliehen. „Ohne einen hervorragenden Leiter kann ein Chor keine Höchstleistung bringen, doch ohne ebenbürtige Stimmen kann auch er nichts bewegen.“ Statt mit langen Reden bedankten sich die 30 Sänger und Sängerinnen des Chores mit Kostproben ihres Könnens. Neben Zigeuner- und Liebesliedern sowie George Gershwins „S‘Wonderful“ auch mit einer „glatten Lüge“, so Kabitz: „Ich brauche keine Millionen, / mir fehlt kein Pfennig zum Glück, / ich brauche weiter nichts als nur Musik, Musik, Musik.“

-so schrieb die WÜRZBURG MAIN POST am 29.01.2009

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